Foto (c) SPD Tuttlingen – (von links) Dr. Stefan Fulst-Blei MdL, Christine Treublut
Tuttlingen, 07. November 2025 – Auf Einladung der SPD Tuttlingen und der Landtagskandidatin Christine Treublut diskutierten am Donnerstag, den 7. November, rund 15 interessierte Bürgerinnen und Bürger im Veranstaltungsraum „Felsen“ über Bildungspolitik in Baden-Württemberg. Hauptredner war Dr. Stefan Fulst-Blei, seit 2012 bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und Mitglied im Ausschuss für Kultus, Jugend und Sport. Unter den Gästen waren auch der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Fritz Buschle sowie mehrere aktive und ehemalige Lehrkräfte aus Tuttlingen.
Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Leitidee „Baden-Württemberg kann mehr“. Fulst-Blei stellte vier aus Sicht der SPD notwendige und finanzierbare Schwerpunkte vor: gebührenfreie, qualitativ hochwertige Kitas als fester Teil des Bildungssystems in Verantwortung des Landes; gerechte und verlässliche Schulen mit Unterrichtsgarantie, mehr Schulsozialarbeit und Schulpsychologie, ohne „Grundschulabitur“, mit kostenlosem Mittagessen und zielgerichteter Mittelverteilung; faire Bedingungen für Lehrkräfte ohne Sommerentlassungen sowie landesweit angestellte Referentinnen und Referenten zur Entlastung der Schulleitungen; und schließlich Qualitätssicherung durch die Weiterentwicklung von G9, frühzeitig überarbeitete Bildungspläne, vorausschauende Personalplanung angesichts der demografischen Entwicklung und eine erneute Prüfung des Klassenteilers.
In der offenen Fragerunde ging es unter anderem um häufiges Fernbleiben vom Unterricht und die Folgen der dünnen Personaldecke. Deutlich Kritik gab es an den Kitagebühren in Tuttlingen: Schon bei mittleren Einkommen greift die höchste Stufe, teils mit Beiträgen von über 700 Euro im Monat, und selbst Familien mit wenig Einkommen zahlen noch spürbar viel. Aus dem Publikum kamen Hinweise auf Entlastungen wie den Familienpass. Zugleich wurde betont, dass andere westdeutsche Bundesländer bereits kostenlose oder stark vergünstigte Plätze anbieten – und dass einige Kommunen in Baden-Württemberg das aus eigenen Mitteln vorleben.
Zum Abschluss verwies Fulst-Blei auf Artikel 11 der Landesverfassung („Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf Herkunft oder wirtschaftliche Lage das Recht auf eine seiner Begabung entsprechende Erziehung und Ausbildung“) als Maßstab für politische Entscheidungen.