SPD wirkt

Die Suche nach Renten-Alternativen geht weiter

Veröffentlicht am 26.04.2012 in Ortsverein

Gränzbote, 26.04.12 Tuttlinger DGB und SPD sind unzufrieden mit der derzeitigen Politik TUTTLINGEN (pm) - Kritik an der „Rente mit 67“ haben jetzt die Teilnehmer einer gemeinsamen Veranstaltung des DGB Kreis Tuttlingen und des SPD-Ortsvereins geübt. Zu Beginn erläuterte Thomas Winterle von der Deutschen Rentenversicherung, Außenstelle Singen, in St. Josef einige Basisinformationen zur aktuell gültigen Rentenregelung.

Nach Winterles Darstellung wurde die Erhöhung des Rentenalters schon in den 1990er-Jahren als notwendig angesehen. 2007 wurde sie dann gesetzlich geregelt. „Grund war und ist, dass die Lebenserwartung stetig steigt. Zudem bringt die deutsche Gesellschaft immer weniger Kinder hervor. Und auch die – vor allem in den 1990er-Jahren – hohe Arbeitslosigkeit und die damit fehlenden Einzahlungen in die per Umlage in einer Art Generationenvertrag funktionierende Rentenkasse waren ein Grund“, betonte der Experte. Er machte klar, dass diese Faktoren angesichts des demografischen Wandels weiter an Bedeutung gewännen. Gleichzeitig wies er aber auch auf positive Veränderungen im Sinn des Generationenvertrags hin – beispielsweise die ansteigende Beschäftigungsquote gerade bei Frauen. Positive Auswirkungen habe es auch, wenn die Politik das betreibe, was er „kluge Einwanderung“ nannte, also das gezielte Anwerben von jungen Fachkräften aus dem Ausland. Winterle erklärte weiter, dass es auch bei der aktuellen Gesetzeslage durchaus Personen gebe, die schon mit 65 in die ungekürzte Rentenphase gehen könnten. In diesem Zusammenhang erläuterte er einige gesetzlich mögliche Varianten, wie etwa Lebensarbeitszeitkonten. In der folgenden, lebhaften Diskussion wurde insbesondere kritisiert, dass Arbeitnehmer, die 45 und mehr Jahre ihre Pflichtbeiträge gezahlt hätten, bis 65 warten müssten, bis sie eine ungekürzte Rente bekämen. Zudem seien ältere Arbeitnehmer vielfach schon mit 60 müde und ausgelaugt und müssten sich noch bis 67 durchquälen. Die Fragen nach den Alternativen zur umlagefinanzierten Rente oder zu den Möglichkeiten der Reduzierung der Arbeitsbelastung in der beruflichen Endphase bei gleichzeitiger Nutzung des Erfahrungsschatzes der Älteren konnten allerdings noch nicht zufriedenstellend beantwortet werden, fanden Marion Miller vom DGB Kreis Tuttlingen und Hellmut Dinkelaker von der Tuttlinger SPD. Sie deuteten daher an, dass es weitere Informationsabende brauche, um aus der gemeinsamen Unzufriedenheit mit der derzeitigen Rentenpolitik Auswege zu finden.